Konzept zum Karriere-Coaching für weibliche und männliche Ärzte

„Es geht nicht. So wie ich es bisher gemacht habe. Es muss anders gehen."

... etwas wahr werden lassen durch den Glauben, dass es möglich ist ...

 

Szenario

 

Kaum eine Arzt-Fernsehserie kommt ohne diese Szene aus: die bildschöne, durchgestylte Ärztin rettet nach kräftezehrendem Nachdienst mit dem Hinweis auf „den Eid, den ich abgelegt habe ..." auch dem nächsten Patienten konzentriert und kompetent das Leben. Jedem Arzt ist bewusst, dass zwischen dem hippokratischen Eid in der Fernsehserie und der aktuellen Realität nicht nur Tausende von Jahren liegen, sondern auch ein grundsätzlicher Bewusstseinswandel. In den wenigen Jahrzehnten der Nachkriegszeit hat sich in Deutschland das Berufsbild „Arzt" vielfältig weiterentwickelt.

 

Im Hinblick auf die Verantwortlichkeiten junger Menschen, die den Arztberuf anstreben, bedeutet dies: Gegenüber Patienten wird tradiertes paternalistisches Verhalten der „Halbgötter in weiß" abgelöst von beratenden Ärzten, die erst nach informierter Einwilligung handeln. Die mündigen informierten Patienten scheuen sich auch nicht, eine „zweite Meinung" einzuholen, wenn es um Entscheidungen geht, die für sie von erheblicher Tragweite sind.

Dieser Paradigmenwechsel weg vom autoritär geprägten hin zum non-direktiven Arzt-Patientenverhältnis bedeutet nicht nur eine andere ärztliche Verantwortung gegenüber Patienten, sondern auch eine andere Eigenverantwortung für ärztlich tätige Menschen. Ärzte müssen und wollen nicht mehr allzeit bereit stehen. Ihr berufliches Rollenverständnis muß sich mit einem erfüllten - erfüllenden Privatleben vereinbaren lassen.

 

Individualisiertes Karriere-Coaching

Ärzte sind nicht mehr überwiegend männlich, inzwischen wird auch in der Öffentlichkeit die Feminisierung des Arztberufs wahrgenommen. So wie Patienten individuelle Persönlichkeiten mit ihren jeweils eigenen Biographien sind, so sind auch Ärzte Menschen aus Fleisch und Blut, die ihren Beruf mit Leib und Seele ausüben. Da viele Faktoren die Persönlichkeitsentwicklung beeinflussen, wird hier nicht zwischen Ärztinnen und Ärzten unterschieden. Angesprochen werden Ärzte, sowohl weibliche als auch männliche. Karriere-Coaching für weibliche und männliche Ärzte würdigt einerseits, dass der Arztberuf immer von gut ausgebildeten und differenzierten Persönlichkeiten ausgeübt wird und andererseits diese Persönlichkeiten auch ein Privatleben haben. In diesem sind sie Frau oder Mann, Familienmensch oder Single, Sohn oder Tochter, Mutter oder Vater.

Zu Problemen mit der weiteren Lebens- und Berufsplanung kann es zum Ende des Medizinstudiums, während der Facharztausbildung, nachdem das erste Kind geboren wurde, wenn die Promotion klemmt, kommen. Irgendwann kann es deutlich werden, dass die Zielfindung nicht mehr auf geradem Weg erreichbar ist – oder ist es vielleicht auch nicht mehr das richtige Ziel? In einem solchen Orientierungsvakuum ist es hilfreich, mit qualifizierter Unterstützung durch eine Persönlichkeit, die aus Erfahrung weiß, worum es geht, die eigene Lebensperspektive ganzheitlich - gleichermaßen auf der beruflichen und der privaten Ebene - zu prüfen, die individuellen Chancen und Wünsche zu erkennen, um das eigene Lebenskonzept neu zu priorisieren.

Praktisches Vorgehen

Basis des zu entwickelnden Konzeptes ist die Analyse der bisherigen Entscheidungen, der dabei berücksichtigten wesentlichen Entscheidungskriterien und der Lebenssituationen, während der die Entscheidungen gefällt wurden. Wichtig ist das Identifizieren der eigenen Rolle, die bei der Entscheidungsfindung wesentlich war.

Die Kriterien für die zukünftigen beruflichen Entscheidungen sind:

  • Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
  • Objektive Sachkriterien
  • Persönliche Vorstellungen und Wünsche
  • Familiäre Möglichkeiten

In diesem Entwicklungsprozess des Erkennens, Entwickelns und Realisierens ist der Coach kompetenter Begleiter, Informant und Förderer:

„Sie sind nicht auf dieser Welt um die Wünsche anderer Menschen zu erfüllen"

Die beruflichen und privaten Aufgabenstellungen werden auf ihre zum Teil auch versteckten Rollenzuweisungen überprüft und im Hinblick auf ihre Verträglichkeit mit dem individuellen Selbstwertgefühl und der Rollenidentität betrachtet:

„Sie werden dafür respektiert, dass Sie sich selber respektieren"

Zielgruppen

Alle, die sich mit der Frage „Kann ich ein guter Arzt sein?" beschäftigen:

Studienplatzinteressenten, Studierende, Berufsanfänger oder Wiedereinsteiger, Fachärzte auf der Karriereleiter und nicht zuletzt Ärzte, die sich mit ihren Erfahrungen nach dem Renteneintritt qualifiziert einbringen möchten.

 

Weiterführende Informationen

Frau Prof. Gödde ist seit 1992 an der Universität Witten/Herdecke, sie ist Mitglied der Fakultät für Gesundheit.

Frai Prof. Gödde ist Prüfungsausschussvorsitzende in der Weiterbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe und Mitglied des Prüfung-/Widerspruchsausschuss.