In Deutschland ist die Lebenserwartung neugeborener Mädchen in den letzten 100 Jahren von ca. 51 Jahren auf fast 83 Jahre gestiegen, die der neugeborenen Jungen von etwa 47 Jahren auf 77 Jahre. Während vor 100 Jahren 65-jährige Frauen durchschnittlich noch weitere 11 Jahre Leben vor sich hatten, Männer ca. 10 Jahre, können heute 65-jährige Frauen mit weiteren 20 Jahren rechnen, Männer mit weiteren 17 Jahren.

Leider sind die gewonnen Jahre nicht immer gesunde Jahre. Ca. jeder dritte Erwachsene ist von der Diagnose „Krebs" betroffen. Je nachdem, welches Organ erkrankt ist und wie früh die Diagnose gestellt wurde, kann davon ausgegangen werden, dass die Behandlung eine heilende sein wird oder die Erkrankung „unter Kontrolle" ist. Irgendwann beginnt dann das Leben nach bzw. mit dem Krebs.

Durch die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen hin zu einer demokratischen Gesellschaft haben die Menschen nicht nur mehr Lebenszeit zur Verfügung. Sie sind in hohem Maße für ihr Leben selbst verantwortlich, und durch den strukturellen Wandel der Gesellschaft gibt es eine Fülle von Möglichkeiten, das eigene Leben zu gestalten. Neben den tradierten Lebensformen werden heute viele Strukturen akzeptiert, die vor wenigen Generationen noch völlig undenkbar waren.

Die einschneidenden Lebensveränderungen durch die Krebserkrankung bedeuten nicht nur den Abschied von der Lebensphase ohne Krebs, sondern auch den Beginn eines neuen Lebensabschnitts, den es zu begrüßen gilt.

Sobald Du Dir vertraust, sobald weisst Du zu leben.

J.W. von Goethe

Wurde eine Krebserkrankung festgestellt, so ändert sich die Bedeutung von "Gesund leben". Gesundes Leben bedeutet jetzt nicht mehr, frei von Problemen zu sein, es bedeutet, fähig zu sein, mit ihnen umzugehen. Auch - und besonders - in der Lebensphase "während und nach dem Krebs" sollte die Balance im eigenen Leben gefunden werden: Harmonie zwischen Körper, Seele und Lebensbedingungen. So kann der erkrankte Mensch die Belastung des Alltags bewältigen.

Nach dem Krebs ist alles anders. Der geheilte Patient ist nicht mehr wie vorher, auch wenn keine offensichtlichen Beeinträchtigungen erkennbar sind. Für alle: die Patienten, die Partnerin bzw. den Partner, Kinder, Freunde und die Kolleginnen und Kollegen beginnt das Leben nach bzw. mit dem Krebs. Diese besondere Lebenserfahrung hat Einfluss auf die Partnerschaft, den Umgang mit anderen Menschen und den gesamten Lebensstil.

Das unbeschwert gesunde Leben ist nicht nur für die Erkrankten vorbei. Auch für die Partnerin – den Partner ist die Krebserkrankung eine Verletzung. Der Umgang mit der veränderten Lebenssituation ist für sie eine besondere Herausforderung Schließlich müssen sie sich doch nicht immer wieder nur für „Weiterleben? – Aber Ja doch!" entscheiden, sondern auch gegen einfaches Weglaufen. Diese Konfliktsituation geht leider viel zu oft in den Aktivitäten um die Erkrankten unter und kann die Partner erheblich belasten.

Brustkrebs bei Frauen ist von allen Krebserkrankungen heute diejenige, die in der Öffentlichkeit die spektakulärste Aufmerksamkeit erhält. Seit Mitte der 1990iger Jahre die "Brustkrebsgene" entdeckt wurden ängstigt sich manche junge Frau, die ihre Mutter oder Oma oder Lieblingstante an dieser Erkrankung hat zu Grunde gehen sehen. Und damals waren diese Verwandten nicht selten in einem Alter, in dem junge Frauen ihre Brüder eigentlich in viel lebensfreundlicheren Situationen kennen- und schätztenlernen. So kommt für die gesunden Angehörigen zu dem ja eigentlich lebendienlichen Respekt vor Krebserkrankungen noch die emotional belastende Erinnerung und es entwickelt sich blanke Angst.

Dies Coaching-Angebot richtet sich an Betroffene, ihre Partnerinnen und Partner sowie ihre Familien, Freundinnen und Freunde, Kolleginnen und Kollegen.

Weiterführende Informationen

Werkstattgespräch: Entwicklungspotenziale für eine neue Sexualität entdecken.

Durch eine Krebserkrankung und die Behandlung verändert sich vieles. Nach abgeschlossener Behandlung, die häufig auch Heilung bedeutet, bleiben Veränderungen, die sich nicht mal eben in den Alltag integrieren lassen. Den anderen fällt das oft gar nicht auf, ist die Freundin, Kollegin Nachbarin – der Freund, Kollege, Nachbar doch wieder „die Alte" – „der Alte". Doch diese erleben sich und ihren geschundenen Körper anders als vorher, nichts ist wie es mal war. Das Vertraute im Erleben des eigenen Körpers und das Selbstverständliche in der Partnerschaft ist verschwunden und lässt sich nicht mal eben wieder herbeizaubern. Sexualität ist plötzlich nur noch etwas, was die andern erleben. Lebensfreude mit und am eigenen Körper empfinden ist ferner denn je – muss es aber nicht bleiben.

Zum Beispiel „nach Brustkrebserkrankung":

Brustkrebs und die Behandlungen zwingen die Betroffenen, gewohnte Rollen zu verlassen, einige von ihnen für immer.

Dadurch wird nicht nur die individuelle Lebensperspektive beeinträchtigt, sondern auch das soziale Gefüge, speziell die Intimität der Partnerschaft.

Den eigenen Körper anders erleben, die Betroffenheit des Partners wahrnehmen, ein neues „wir" entwickeln – aber wie?

Einzel- oder Gruppengespräch, Termine nach Absprache

 

Hynotherapeutische Übungsanleitungen

Dr. Agnes Kaiser Rekkas: Ich lebe mich gesund. Acht Hypnoseanleitungen zur Förderung der Selbstwirksamkeit in der Psychoonkologie.
Dr. Agnes Kauser Rekkas: Sammeln und loslassen. In: Wie von Zauberhand ...
Weitere Informationen: www.kaiser-rekkas.de/audio/

Spirituelle Anregungen

Die Pfarrerin und Malerin Friederike von Eckardstein thematisiert Lebenserfahrungen in Bilder, die sie mit ausgewählten Texten ergänzt.
Weitere Informationen: www.friederike-von-eckardstein.de

 

 

Komme ich aus einer Krebsfamilie?

Brustkrebs ist von allen Krebserkrankungen heute diejenige, die in der Öffentlichkeit die spektakulärste Aufmerksamkeit erhält. Seit vor 20 Jahren die ersten "Brustkrebsgene" entdeckt wurden, ängstigt sich manche Frau, die ihre Mutter oder liebste Tante, Kusine oder große Schwester an dieser Erkrankung hat zu Grunde gehen sehen. Uns sie ist heute nicht selten in dem Alter, in dem die Verwandte erkrankte, einem Alter, in dem junge Frauen ihre Brüste eigentlich in viel lebensfreundlicheren Situationen kennen- und schätzenlernen. So kommt zu dem ja eigentlich lebendienlichem Respekt vor Krebserkrankungen noch die emotional belastete Erfahrung, und es entwickelt sich blanke Angst. Es wird Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Impuls zum Gesprächsbeginn kann auch von anderen Familienmitgliedern oder Freundinnen kommen. 

 

 

Wieder krebskrank: Palliativsituation

Hat ein an Krebs erkrankter Mensch die akute Therapie abgeschlossen, so beginnt die Zeit mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, möglicherweise auch begleitet von Langzeittherapien zur Prophylaxe. Jeder Kontrolltermin erinnert an den Anlass. Es geht schließlich nicht nur darum die Hoffnung "Alles ist gut!" zu erfüllen, sondern zu prüfen, ob es wieder zum Tumorwachstum gekommen ist.

Ist dies der Fall, so beginnt die Phase der Palliativbehandlungen. Bevor diese angenommen und individuell geplant werden kann, gilt es, die bisherige Lebensperspektive auf ihre Zukunftsfähigkeit zu überprüfen. Voraussetzung für eine gelingende Bewältigungsstrategie ist der Abschied von Vergangenem.

Einzelne Lebensabschnitte - Ereignisse, Menschen, Erlebnisse - Revue passieren lassen und sich verabschieden: Sammeln und loslassen. Die wieder aufgetretene Krebserkrankung kann auch Freiheitsgrade ermöglichen, die andere nicht haben. Das Wissen, dass der eigene Tod in überschaubarer Zeit sein wird, drängt dazu, sich mit den "wirklich wichtigen" Themen zu beschäftigen und sich den Menschen zu widmen, mit denen immer schon das eine oder andere geklärt werden sollte: freie Sicht auf das, was wirklich wichtig ist.

 

 

 

Coaching bedeutet, den nicht-erkrankten Verwandten, Freunden und Kollegen den Krankheitsprozess verständlich zu machen und sie dabei zu unterstüzen, offen und kreativ mit dem Erkrankten zu kommunizieren.

 

 

Wir sind nur Gast auf Erden
Und wandern ohne Ruh
Mit mancherleih Beschwerden
Der ewigen Heimat zu.

Die Wege sind verlassen
Und oft sind wir allein
In diesen grauen Gassen
Will niemand bei uns sein.

Georg Thurmair, 1935

 

 

 

Nützliche Informationen

Die Broschüre "Palliativmedizin.Antworten.Hilfen.Perspektiven." (Stand 5/2015) kann beim Herausgeber Deutsche Krebshilfe bestellt werden: link

Die Patientenleitlinie "Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung" (Stand 9/2015) ist als pdf-Datei verfügbar unter: Link

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin und der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband haben eine Charta zur Betreuung Sterbender entwickelt: link

 

Mitgliedschaften

Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. www.palliativmedizin.de

Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V. www.senologie.org

Deutsche Gesellschaft für Hypnose e.V. www.dgh-hypnose.de